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Mautfrei gen Süden: Mautsysteme & Alternativen im Winter 2026
27. Oktober 2026 · von der Vanlotse-Redaktion

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, zieht es viele von uns mit dem Camper gen Süden. Doch wer im Winter durch Österreich, die Schweiz oder Frankreich reist, muss nicht nur auf die Straßenverhältnisse achten, sondern steht auch vor teils komplexen Mautbestimmungen. Glücklicherweise gibt es lohnenswerte Ausweichrouten, auf denen du ordentlich Maut sparen kannst, ohne tagelang auf der Strecke zu bleiben. Wir zeigen dir, worauf du in diesem Winter 2026 achten musst.
Österreich: Vignetten und mautfreie Pässe
In Österreich gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zGG die Vignettenpflicht. Seit 2026 ist die Ära der Klebevignetten Geschichte, und die Umstellung auf reine digitale Vignetten ist vollständig abgeschlossen. Eine 10-Tages-Vignette schlägt mit 12,80 € zu Buche, während die Jahresvignette (gültig vom 01.12.2025 bis 31.01.2027) 106,80 € kostet. Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, zahlt eine Ersatzmaut von 200 €. Für schwere Camper über 3,5 Tonnen gilt die meilen- bzw. kilometerabhängige Maut über die GO-Box mitsamt CO₂-Einstufung.
Zusätzlich fallen auf Sondermautstrecken wie dem Brenner (A13), den Tauern (A10) oder dem Arlberg (S16) extra Gebühren an. Wenn du die Autobahn sparen willst, bietet sich die Route über den Fernpass und Reschenpass (B179 / B180) an. Von Füssen/Reutte geht es über Imst und den Reschenpass komplett mautfrei nach Südtirol. Eine Alternative ist die Brennerstraße (B182) parallel zur A13. Beachte hierbei jedoch Tonnage- und Lärmschutz-Fahrverbote für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sowie Anhängerbeschränkungen. Denke zudem an die situative Winterreifenpflicht vom 1. November bis 15. April (mindestens 4 mm Profil auf schnee- und eisbedeckten Straßen).
Schweiz: Digitalisierung bei der Schwerverkehrsabgabe
Fährst du ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen zGG durch die Schweiz, benötigst du für das Nationalstraßennetz eine Vignette (als E-Vignette oder Klebevariante) für 40 CHF (ca. 44,50 €). Wohnmobile über 3,5 Tonnen zahlen hingegen die Pauschale Schwerverkehrsabgabe (PSVA) auf allen öffentlichen Straßen. Neu seit 2026: Die PSVA wird ausschließlich online über das Via Portal (via.admin.ch) bezahlt. Die alte App sowie die Option von 10 Einzeltagen wurden eingestellt. Die Abgabe beträgt 3,25 CHF pro Tag (Mindestbetrag 25 CHF für 1–30 Tage) oder 650 CHF als Jahrespauschale.
Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gibt es aufgrund der flächendeckenden PSVA keine mautfreie Strecke in der Schweiz. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen können theoretisch mautfrei über Kantons- und Hauptstraßen reisen, was aber extrem zeitaufwendig ist. Positiv: Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist bereits in der Vignette bzw. PSVA enthalten. Da Passstraßen wie der Gotthard-Pass oder San Bernardino im Winter gesperrt sind, bleiben die ganzjährig offenen, im Nationalstraßennetz integrierten Tunnel deine beste Wahl.
Frankreich: Free-Flow-Péage und entspannte Landstraßen
In Frankreich richtet sich die Autobahnmaut nach Streckenlänge und Fahrzeugklasse. Die meisten Wohnmobile fallen in die Klasse 2 (Höhe zwischen 2,00 m und 3,00 m sowie max. 3,5 t zGG). Achte darauf, dass feste Dachaufbauten wie Klimaanlagen zur Gesamthöhe zählen. Wichtig für die Wintersaison: Auf bestimmten Strecken setzt Frankreich verstärkt auf Free-Flow-Systeme („Péage en flux libre“), beispielsweise auf der A13/A14, A79 und A4. Schranken fehlen hier – stattdessen musst du die Maut innerhalb von 72 Stunden online oder in Nirio-Tabakläden nachzahlen, um Bußgelder von 90 € bis 375 € zu vermeiden. Zudem gilt in 34 Gebirgs-Departements vom 1. November bis 31. März die Loi Montagne II (Winterreifenpflicht mit 3PMSF-Symbol oder Schneeketten im Fahrzeug).
Wer Mautkosten sparen möchte, weicht auf gut ausgebaute Nationalstraßen aus. Die N10 zwischen Poitiers und Bordeaux ist größtenteils vierstreifig ausgebaut und die ideale mautfreie Transitroute gen Atlantik und Spanien. Auf dem Weg Richtung Süden bieten sich fantastische Zwischenstopps an: Wenn du über die N10 fährst, kannst du kurz vor Bordeaux auf der Aire de services de Saint-Romain-la-Virvée übernachten – ideal für eine ruhige Pause direkt an der Route. Weiter südlich nahe der Atlantikküste lädt die Aire Biscarrosse zu einem Stopp an den Pinienwäldern ein. Geht deine Reise weiter in Richtung Pyrenäenüberquerung nach Spanien, ist der Camping Municipal Plaza Berri in Saint-Jean-Pied-de-Port eine hervorragende Basis kurz vor der Grenze.
Eine weitere mautfreie Option durch das Zentralmassiv ist die A75 von Clermont-Ferrand nach Béziers, auf der du das südliche Frankreich gebührenfrei erreichst. Mit der richtigen Routenplanung kommst du so stressfrei, sicher und kostengünstig durch den Winter.
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